Sonntag, 1. Juni 2014

Klingeling!



"Hallo, machen Sie eigentlich auch Bäder? Und dann hat sich auch der Fußboden im Wohnzimmer ein kleinbisschen abgesenkt!"

So oder ähnlich begann ein Telefonat, welches ich Anfang Mai führte. Eigentlich wollte ich ja erstmal die restliche Bilderserie der energetischen Sanierung einstellen, verschiebe dies aber zunächst; aus aktuellem Anlass, wie das immer so schön heißt.

Jedenfalls, ja, ich mache auch Bäder, und auch um den abgesenkten Fußboden werde ich mich kümmern. Allerdings war mir da noch nicht klar, was mich dann tatsächlich erwartete. Der Fußboden hatte sich an verschiedenen Stellen nämlich bereits deutlich, um bis zu 7 cm, abgesenkt. Da es sich um eine Kellerwohnung handelt, konnte das eigentlich nur bedeuten, daß sich darunter ein Luftschutzbunker oder ein Schwimmbad befindet. Haha!


Um es kurz zu machen, es ist ein Schwimmbad! Nicht genug damit, standen auch noch 90 cm Wasser darin. Also, nicht in der Breite, damit wir uns richtig verstehen!
 

Dies hat dazu geführt, daß die irgendwann einmal eingebrachte und recht aufwendig gestaltete Zwischenbodenkonstruktion über die Jahre das Gammeln begann und schließlich wegfaulte. Ein Foto durch die Inspektionsluke, nachdem der Großteil des Wassers abgepumpt war, ergab dieses Bild.


Darüber sah es so aus.



Über dem Schwimmbad mit den Abmessungen 9 x 4 Meter, befand sich ein Wohn- und ein Schlafzimmer. Nun muß erstmal alles raus und dann sehen wir weiter. Nach dem Urlaub, wohlgemerkt.



Donnerstag, 27. März 2014

mal `was ganz anderes....

Die Grund- und Mittelschule Rott in Oberbayern hatte heuer wieder Aktionstage. Ich hatte das Glück, mit Schülern der 7. Klasse daran mitwirken zu können. Gemeinsam hatten wir viel Spaß und auch einen schönen Erfolg, wie ich finde.















Die Tische und Bänke sind aus Eichenholz und sehr robust gebaut. Alle sechs Schüler haben einen Belastungstest vorgenommen, indem sie sich auf einen Tisch stellten.

Vier Bänke, davon eine mit Lehne, und zwei Tische sind ein schönes Ergebnis. Dazu noch etwas Theorie über Nachhaltigkeit, Umwelt und Fachkunde. So hatten alle nicht nur eine willkommene Abwechslung vom normalen Untericht, sondern auch noch ein Stück Rüstzeug für´s Leben mit auf den Weg bekommen.



Mittwoch, 5. März 2014

ein alter Bootssteg vom Ammersee...

... kann auch nach seinem Ende als solcher durchaus nützlich sein 
und Freude bereiten.
 

Wie das so ist, man ist hier, ist dort, kauft hier eine Tasse, weil man ja schon immer ein schönes Gefäß für den Cappuccino wollte, kauft dort eine Tasse, Tee möchte man schließlich auch trinken... ach, und in Straßburg gibt es sowieso sehr viele schöne Tassen, also warum einfach dran vorbei gehen?
 
Schöne Tassen gehören aber nicht in den Schrank, wo man sie nicht sieht! Nur, wohin dann damit? Ja, und da kommt so ein ehemaliger Bootssteg, aus dessen Holz ich schon so einiges bastelte, gerade recht. Mit einem Brett fing´s an, aber irgendwer muß in der Zwischenzeit noch mehr Tassen gekauft haben. Also noch ein Brett mit Ablage obendrauf, aber schon wird´s wieder eng. Zwei Haken sind noch frei, mal sehen, wie lange noch...


Und wenn jetzt einer sagt, ich hätte nicht alle Tassen im
Schrank, dann kann ich ihm nicht widersprechen.



Freitag, 14. Februar 2014

ein Pizzaofen im Schnee...

... dürfte nicht nur für die meisten Italiener ein ungewohnter Anblick sein. Auch ich rieb mir verwundert die Augen, als ich die Bilder sah.

Wie so oft im Leben, kommt es einfach darauf an, was man daraus macht. In der Winterpause tummeln sich jetzt eben die Katzen im Holzlager unter dem Backraum, solange dieser zum Beispiel als frostsicheres Depot für den Weißwein fungiert.







Aber bald kommt der Frühling, dann müssen Wein und Katzen wieder umziehen und es gibt
endlich wieder Pizza!




Donnerstag, 9. Januar 2014

Dachterrasse



Die zur Zeit milde Witterung ermöglichte die Fortführung der Arbeiten. Nach dem strengen Frost trällern nun die Vögel und die Bäume bekommen dicke Knospen. Also schnell zwei Tonnen Splitt über die Leiter auf das Dach tragen, das Splittbett abziehen und die Platten verlegen, bevor Petrus sich die Sache wieder anders überlegt.



Anderntags kann man wieder von vorne anfangen, da in der Nacht eine Katzenparty stattfand.

Ganz so schlimm ist das aber nicht, weil ohnehin noch die vorbereiteten und verzinkten Stahlplatten eingearbeitet werden müssen, mit denen später das Geländer verschraubt wird. Wie meistens muß auch hier präzise gearbeitet werden. Alle Platten müssen genau im Wasser liegen und gefluchtet sein, damit das Geländer später gerade ist. Ebenso ist die Einbauhöhe wichtig; auch nicht ganz einfach, weil die Splittschicht wegen des gewünschten Gefälles an der stärksten Stelle ca. 9 cm, am Ablauf aber nur ca. 3 cm dick ist.



Nachher schauen nur noch die Zapfen heraus. Die Stahlplatten sind knapp einen Meter lang und das Gewicht des Splitts und der Betonplatten sorgt für die spätere Stabilität.

 
Nochmal alles sauber abziehen, alle Winkel und Abstände einmessen und los geht´s mit der eigentlichen Arbeit.




Da die Fliesenkreuze im Splitt verschwinden würden, werden diese einfach von oben in die Fugen eingesteckt.


Wenn alle vollen Platten liegen, werden die Randstücke ausgemessen, geschnitten und ebenfalls verlegt.

 Die aufgesteckten Fliesenkreuze können jetzt entfernt werden und es wird nur noch ein einziges davon in das jeweilige Fugenkreuz auf ungefähr halbe Höhe eingeschoben. Dies ist wichtig, damit sich durch das Begehen und Beeinträchtigungen durch Regen oder Frost die Platten nicht verschieben können. Ansonsten wäre die ganze Mühe des präzisen Verlegens umsonst gewesen.


Schon schaut alles ordentlich aus.




Zuletzt wird der Randbereich einstweilen mit Splitt verfüllt und verdichtet. Auch dies, damit die Platten genau dort bleiben, wo sie aktuell liegen.
Da die Platten auf dem Flachdach nicht abgerüttelt werden können, müssen sie sich mit etwas Zeit und von alleine setzen. Nach ein paar Wochen wird deren Höhe zueinander kontrolliert und ggf. angepasst. Dann wird verfugt, der Splitt am Außenrand entfernt und durch Schmuckschotter ersetzt.

Wenn man von Beginn an alles richtig gemacht und vermessen hat, ist nicht nur die Blechbewehrung an der Hauswand "verschwunden" und schließt genau mit der Plattenoberkante ab (aktuell ist nur noch etwas vom Flies zu sehen), auch der Wasserablauf ist dann unsichtbar. Und von den ganzen Vorarbeiten wie Schweißbahnen, Isolierung usw. ist sowieso nichts mehr zu sehen. 




Flachdach Dachterrasse energetische Sanierung

Sonntag, 29. Dezember 2013

Flachdach und energetische Sanierung



Bei einem Flachdach kommt es gerne einmal vor, daß das Regenwasser nicht immer dort landet, wo man es gerne hätte, im Regenrohr, sondern z.B. in der Wohnzimmerdecke oder wahlweise auch diversen Wänden. Das Ergebnis sind stockige und schimmlige Stellen und abblätternde Farbe. Hinzu kommt, daß feuchte Wände eine sehr hohe Wärmeleitfähigkeit haben, was unerwünscht ist.

Die Ursache sind meist unsachgemäß ausgeführte Arbeiten, sei es was die Professionalität der Arbeit betrifft, sei es falsches Material für die gegebenen Anforderungen. In aller Regel bleibt dann nur eine Totalsanierung, weil sich die schadhaften Stellen nicht ausmachen lassen oder deren Behebung so aufwendig ist, daß man am besten gleich alles richtig macht.

Mein Konzept im vorliegenden Fall sah ein sogenanntes Umkehrdach vor. Hierbei kann der Untergrund belassen werden, wie vorgefunden und man erspart sich nicht nur dessen Demontage, sondern auch teure Entsorgungskosten. Auf das vorhandene Flachdach werden also, nachdem dieses zuvor gründlich gereinigt wurde, neue, dafür geeignete Schweißbahnen aufgebracht. Da es anschließend mit 20 cm starkem XPS-Material gedämmt werden soll, mauerte ich zunächst eine umlaufende Umrandung auf. Dies auch vor dem Hintergrund, daß das Dach später mit Platten belegt werden und begehbar sein soll. So habe ich die Gewähr, daß alles an seinem Platz bleibt und nichts verrutscht. Außerdem kann ich mir eine unschöne Dachrinne sparen, da das Wasser inseitig dem Fallrohr zugeleitet wird.


Damit auch das aufgemauerte Bord dort bleibt, wo ich das vorgesehen habe, habe ich Edelstahlanker in zuvor gebohrten Löchern verklebt; anschließend werden die Ziegelsteine darauf gesetzt.
Das mag mancher für übertrieben halten, aber mit Zeit, Wind und Wetter wandern selbst ganze Häuser den Hang herunter, wenn das Fundament nichts taugt.


Bevor es weitergeht, müssen bereits diverse Blechnerarbeiten ausgeführt werden. Um Zeit und Kosten zu sparen, habe ich hierzu eine alte Blechbewehrung demontiert und vor Ort umgearbeitet und angepasst.



Vor der Montage wird die Wand aufgeflext und ausgeblasen. Dann wird die Blechschürze mittels Spezialsilikon verklebt und fertig ist der absolut wasserdichte Wandanschluß.




Nachdem das Bord soweit fertiggestellt ist und alle Vorarbeiten erledigt sind, werden die neuen Schweißbahnen aufgebracht. Da diese bei einem Umkehrdach, obwohl als erstes verlegt, die letztendliche Abdichtung bilden, ist diese Arbeit extrem sorgfältig auszuführen. Auf die Schweißbahnen kommen anschließend die Isolierung, eine Fliesschicht, Split und schließlich die Platten, sodaß eine später festgestellte Undichtigkeit eine Katastrophe wäre.



Überweite Überlappungen kosten nur wenig mehr an Material, erhöhen jedoch deutlich die Sicherheit.


Die Schweißbahnen werden seitlich über das spätere Plattenniveau hochgezogen, damit eine absolut wasserundurchlässige Wanne entsteht. Dies ist eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme für den Fall der Fälle, sollte z.B. einmal der Ablauf verstopfen. Bei meiner Dachkonstruktion im Prinzip unmöglich, aber es gibt selten zuviel, meist zu wenig Sicherheitspuffer. Theoretisch kann man jetzt aus dem Dach, bei zugestopftem Ablauf, ein Schwimmbad machen, ohne daß es darunter irgendwo feucht wird.

Bei kritischen oder stärker beanspruchten Stellen werden zusätzlich Vorsorgemaßnahmen wie Eckverstärkungen, doppelte Lagen o.ä. getroffen.


Eckverstärkung


Ablauf mit mehrfachen Verstärkungen und Kantenschutz
 
Zweite, unter die Blechbewehrung geschobene Lage.

Auf die letzte Lage Steine kommt ein Mörtelbord mit Innengefälle, auf das später die Blechbewehrungen geklebt werden.



Hier wird ein weiterer Vorteil des Umkehrdaches deutlich - nachdem die Schweißbahnen aufgebracht sind, ist man weitgehend wetterunabhängig. Das Dach ist dann dicht und man hat keinen Streß mit der Wetterbeobachtung, Dach ab- und aufdecken usw.

Bei den Innenblechen, die ich selbst herstelle, ist besonders wichtig, daß diese niemals scharfe Kanten dort aufweisen, wo sie mit den Schweißbahnen in Berührung kommen. Obwohl alles fest miteinander verklebt ist und Bewegungen durch Wind oder Stoß ausgeschlossen sind, können sonst selbst Mikroverschiebungen durch Temperaturunterschiede über die Jahre zu Scheuerstellen führen. Nachdem diese angepasst wurden, werden sie, vor Verlegung der Dämmung, mit Bord und Schweißbahnen verklebt.





Nun geht es ans Isolieren. Da 20 cm dicke Isolierplatten extrem starr sind, passen sich diese dem Untergrund nicht an. Daher wird, wo erforderlich, mit einer Schüttung ausgeglichen, damit nichts wackelt. Wer sparen will, kann statt recht teurer Spzialschüttungen hierfür auch Sand oder feinen Split nehmen. Dann empfiehlt sich allerdings eine zusätzliche Fliesschicht, damit scharfkantige Körner nicht etwa die Schweißbahnoberfläche beschädigen.
 

Die XPS-Platten werden zurechtgeschnitten und ganz einfach im Nut und Feder Verfahren verlegt.


In alle größeren Fugen wird dann einfach die Dämmschüttung eingefegt.


Anschließend wird überflüssiges Material abgefegt und auf der sauberen Oberfläche das Flies verlegt.


Danach sollten die Fliesbahnen gegen Wind gesichert werden. Später muß ohnehin eine Brandschutzschicht, also z.B. Split, aufgebracht werden, damit ein eventueller Funkenflug die Isolierung nicht beschädigen kann.

Die nächste Bilderserie zeigt dann, wie´s weitergeht.