Freitag, 8. Januar 2016

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Samstag, 5. September 2015

schon wieder ein Badezimmer....






wenngleich Badezimmerchen die Sache wohl eher trifft, denn mit ca. 200 x 170 cm "Ausdehnung" ist es eine echte Herausforderung, hieraus etwas Schönes, Modernes und so etwas wie ein Raumwunder zu gestalten.

Jedenfalls verfolgen mich Badezimmer offenbar, wenngleich es sich hier um ein ganzes Haus aus den 60ern handelt, wo seither nichts gemacht wurde, was in Richtung Werterhalt, Modernisierung oder Dämmung geht. Im Prinzip muß alles komplett entkernt und neu aufgebaut werden.

Und eben mit dem Badezimmerchen fing´s an, damit das Haus schonmal einen Bezugspunkt hat. Ob einem das Badezimmer in seiner vorgefundenen Form gefällt, ist eine Sache, aber ob es nun die viel zu kleinen Leitungsquerschnitte des Zuwassers waren, der pompöse 5 Liter Heißwasserboiler, die porösen Abwasserleitungen, die schwache und veraltete Elektrik oder keinerlei Wärmedämmung, bis hin zu einem einfachen Plexiglasoberlicht, das noch dazu kaputt war, es musste einfach etwas getan werden.

Also erstmal wieder alles raus, und damit ist dann auch wirklich ALLES gemeint. Die Wandfliesen fielen mir teilweise praktisch von alleine entgegen.


Hier gibt´s gleich ein Loch, hinüber ins Gäste-WC, in das ein zeitgemäßer Spülkasten kommt. In diesem Fall, sowohl als auch.



 Überall gut aufpassen, denn nur ein ganz klein bischen zu tief gestemmt und man ist gleich im Nebenraum (siehe das runde Loch, ca. Bildmitte rechts).


Dann aber doch noch ein paar gewollte Löcher, damit alte Leitungen ausgebaut und neue eingezogen werden können.



Die Entwässerung des Flachdachs erfolgte über ein altes Gußeisenrohr, quasi direkt durch´s Bad. Auch hier nichts isoliert und schon alleine durch das Kondenswasser im Winter waren überall Feuchteschäden zu finden. U.a. auch deshalb, weil der Ablaufschacht mehrfach gesprungen war.



 Also auch hier alles erneuert und den Schacht später mit Isoliergranulat verfüllt.



 Alle Übergänge wurden zusätzlich und sicherheitshalber nochmals von außen mit einer Spezialmasse abgedichtet. Und auch die alte Heizung, die vor der Öffnung stand musste weichen und es wurden gleich neue Anschlüsse verlegt.

Wie meistens, kann man bei einer Altbausanierung, sollen die Kosten nicht völlig aus dem Ruder laufen, nicht immer alles so ändern, wie das irgendwo am Grünen Tisch gelehrt wird. Was von der Substanz her in Ordnung ist wird gelassen und darauf aufgebaut. So sieht manches dann zunächst unkonventionell aus, aber alle Anschlüsse entsprechen der Norm, sind bis zum Mehrfachen des späteren Betriebsdruckes dicht und wenn erstmal die Fliesen davor sind, gibt es auch optisch keinen Unterschied zu einem Komplettaustausch mehr.


Und schon kommt die Badewanne!
 Die neue ist aus Acryl und nicht mehr aus Stahlemmaille. Dies hat u.a. den Vorzug, daß man das Badewasser nun immer ein paar Grad weniger warm als zuvor einlassen kann. Es muß jetzt nämlich nicht ständig erst die kalte Stahlbadewanne erwärmen, bevor man sich darin wohlfühlen kann. Ebenso braucht man, bei einem längeren Badevergnügen, nicht regelmäßig heißes Wasser nachlaufen zu lassen, weil das Metall die Wärme fortwährend ableitet. Über die Zeit kommt so eine hübsche Einsparung bei den Betriebskosten zusammen.


Meine kleine Kamera leistet immer wieder gute Dienste, denn mit der Makrofunktion kann ich Fotos von Stellen machen, an die kein Auge reicht. Hier von der Wandseite der Badewanne, um zu kontrollieren, ob alles richtig abgedichtet ist. Der Blick auf den Monitor zeigte noch ein kleines Loch, das dann auch noch zugemacht wurde.
 

Eigentlich egal, denn das 60er Ablaufrohr reicht tief ins alte 100er Gußrohr, das senkrecht abfällt, sodaß es schon eine Verstopfung mit Rückstau geben müsste, damit hier etwas herausliefe.
 

 Aber dicht ist dicht und allemal besser, obgleich die standardmäßig verbauten Gummidichtungen natürlich völlig ausreichend sind. Aber an solchen Stellen, an die man im Notfall nur mit einigem Aufwand heran käme, wende ich lieber ein paar Extraminuten und einige Cent an Materialkosten auf, um absolut auf der sicheren Seite zu sein - und das Geschmiere sieht später eh keiner.


Badewann drin, Wände gefliest und ein paar Glasmosaiksteine gegen die Sterilität. Spielen durfte ich auch und so liess ich mir etwas einfallen, das aus dem kleinen Badezimmer etwas Besonderes macht.


 Um keine Schlachthausatmosphäre zu schaffen, wurde nicht deckenhoch gefliest. Ganz oben liess ich Platz für einen Putzstreifen, in den ich besonders atmungsaktiven und feuchtigkeitsregulierenden Kalkputz einbrachte. Und damit nachher nicht alles Weiss in Weiss ist, gab´s eben ein Schmankerl.








 Durch die Verwendung eines neuen Wand-WC´s gegenüber dem bisherigen Standmodell, wirkt die Bodenfläche nun größer und ist zudem pflegeleichter. Und ob man sich nun in einem 50 cm oder 60 cm Waschbecken die Zähne putzt, macht keinen Unterschied. Aber die 10 cm Raumgewinn wirken Wunder. Etwas dezentral, zur Badewann hin versetzt, geben diese der Toilette den erforderlichen Raum, um sich dort nicht beengt zu fühlen. Die Glastrennwand zur Badewanne ist absichtlich nicht fest eingebaut, sondern beweglich, sodaß sie mit einem einfachen Seitwärtsschwenk auch am Waschbecken genug Platz bietet. 

Natürlich muß man sich über all´diese Dinge von Beginn an Gedanken machen, denn wenn die Anschlüsse erst einmal liegen, ist es zu spät. So wurden hier auch die Anschlüsse der Badewannenbatterie von der Breitseite an die Längsseite am Ablauf versetzt. Dies schafft sowohl optisch wie tatsächlich Raum und ist zudem viel bequemer in der Nutzung. Hahnverlängerungen in Chrom sorgen dafür, daß sich der Wasserstrahl in die Wanne und nicht auf deren Rand ergießt. Wenn man diese gescheit integriert und mit den Mosaiksteinen kombiniert, ist das nachher komplett unauffällig.
Die konsequente Verwendung von nur drei Farben an den Wänden, weiß, blau und chrom, geben dem Bad eine einheitliche, vergrößernde Optik. Der dunkle Boden schafft eine Basis und gleichzeitig Tiefe nach unten; außerdem einen stimmigen Kontrast zum sonst sehr hellen Bad. Später noch farblich passende Handtücher und alles passt.



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Sonntag, 3. Mai 2015

Das Originelle Handwerk "en France".

Neben vielen anderen Aufträgen, über die hier auch irgendwann berichtet werden wird, erhielt das Originelle Handwerk dieses Mal eine Einladung nach Frankreich.


Hier gab es zwei Terrassen zu gestalten. An und für sich keine Schwierigkeit, aber es handelte sich um extrem hartes Feinsteinzeug, das noch dazu sehr individuell
zuzuschneiden war.


Außerdem ging alleine rund ein ganzer Tag nur für´s Einmessen drauf, denn es wurde großer Wert auf Symmetrie gelegt. Besonders kleine Fugen sollten es auch noch sein, was nochmal zwei extra Arbeitstage ausmachte. Da die Fliesen Fertigungstoleranzen bis zu zwei Millimetern hatten, was bei 60 x 60 cm eigentlich nicht viel ist, bedeutete dies bei drei Millimetern Fugenbreite jedoch eine mögliche Breitenvariante der einzelnen Fugen um bis zu 133 %, sodaß jede Fliese zuvor zu vermessen war. Die Verlegerichtung war wegen einer feinen Maserung vorgegeben, sodaß man die Dinger nicht immer so hindrehen konnte, wie es einem gefiel. Entsprechend musste teils im Halbmillimeterbereicht getrickst werden, damit sich optisch dennoch ein tadelloses Fugenbild ergab. Außerdem waren etliche Fliesen nachzubearbeiten, mit dem Profiwerkzeug also irgendwo ein oder zwei Millimeter zu kürzen, damit später niemand etwas sieht.


Auf den folgenden drei Fotos schaut es schon sehr nach Fliesen aus. Es handelt sich aber lediglich um das Splitbett, von dem die alten Platten entfernt wurden und in dem sich dann die angesammelte Erde aus den Fugen abzeichnete. Hier sieht man auch gleich eine Schwierigkeit, die mir im Folgenden noch arg zu schaffen machte. Das Leopardenmuster des Schattenwurfs der Hecke sorgte dafür, daß das Auge pausenlos getäuscht wurde und wirklich jede Arbeit mit Wasserwaage und sonstigen mechanischen Hilfen überprüft werden musste.




Aber, wie immer, ging es auch hier irgendwann einmal los, nachdem auch gleich noch einige notwendige Vorarbeiten erledigt wurden, wie das Einbringen eines Fundamentschutzes und einer Drainage. Bislang hatte das Haus direkten Kontakt mit Erde und Feuchtigkeit, was Aussen wie in den Innenräumen bereits deutliche Spuren hinterliess.



Ausgehend von der Wohnzimmerterrassentüre, in deren genauer Mitte die erste Fliese liegen sollte, arbeitete ich mich nach links, rechts und Richtung Hecke voran.


Sehr witzig war auch immer das Wetter; zwischen wolkenlos blau bei rund dreißig Grad bis Dauerregen bei Morgentemperaturen um vier Grad war so ziemlich alles dabei. Aber meine extrem netten Auftraggeber versorgten mich immer mit reichlich "Motivation" in Form von Kaffee, Süßzeugs und Mittagessen.



Nur deshalb sah man schließlich irgendwann ein Ende - zumindest bei der ersten Terrasse. Hier bereits mit einem speziellen, wasserdurchlässigen Fugenmittel verfugt. Die extra bestellten Stufenfliesen wurden erneut nicht rechtzeitig geliefert, weshalb der Hausabschluss zunächst unvollendet bleibt. Aber Frankreich ist ja nicht weit.



Sodann ging es an die echte Herausforderung.
Der gesamte Schwimmbadbereich war zu fliesen. Und nicht nur das - die halbkreisförmige Treppe verlangte nach besonderen Techniken und Werkzeugen. Ebenso die Tatsache, daß, mal wieder, alles symmetrisch zu sein hatte und alle geschnittenen Fliesen, insgesamt ca. 50 Laufmeter, auch noch zu phasen und an den Schnittkanten zu glätten und polieren waren.


Ausmessen, mit den Fliesen spielen, sich beraten... viel ging der ersten verklebten
Fliese voraus.

















Irgendwann sah´s dann aber auch hier aus, als könnte es tatsächlich fertig werden.






Bei aller Symmetrie musste einem klar sein, daß beim Bau des ursprünglichen Schwimmbades sich so niemand tatsächlich Gedanken hierüber gemacht hatte. Es schien auf den ersten Blick zwar so, aber die Messungen ergaben ein ganz anderes Bild. Damit nachher trotzdem alles so aussah, als sei das von Beginn an so gewollt gewesen, war viel Arbeit notwendig.

Alleine, bis klar war, wo genau die Skimmerabdeckungen sein sollten und wie diese auszusehen hatten, ging einiges an Zeit und Arbeit drauf.


Zum Schluss wurde auch diese Terrasse noch verfugt und ringsum ein Mörtelgurt eingebracht, damit alle Fliesen dort bleiben, wo dies vorgesehen ist.

Immer wieder schön, wenn sich das Ergebnis am Ende sehen lassen kann und alle zufrieden sind. Nun können die Schwimmbadbauer anrücken und alles mit Folie auskleiden. Wenn dann auch noch der Sommer mitspielt, steht einem luxuriösen Badevergnügen nichts mehr im Wege.