Mittwoch, 24. September 2014

Originelles Handwerk...



... goes Bayern! 

So heißt das heute, auf Deutsch.


(Alpspitze)

In Bayern gibt es nicht nur Berge, sondern auch das 

Originelle Handwerk!

Seit jeher dieser Region verbunden - und dort auch zu Hause, wird dies 
seit dem 1. Oktober 2014 durch
die neue Domain

www.originelles-handwerk.bayern

untermauert.

Ansonsten bleibt alles beim Alten. 

Will heißen, egal, ob Sie, wie gehabt,

www.originelleshandwerk.de

eintippen, oder 

www.originelles-handwerk.bayern
 
bzw.

www.originelleshandwerk.bayern

, Sie erreichen mich auf jeden Fall!

Über achtzehntausend Klicks auf meine Seite innerhalb von vier Jahren, seit diese "am Netz" ist, das sind über zehn Aufrufe täglich, bedeuten für mich, daß sich viele Interessierte Anregungen und Anleitungen für die Umsetzung ihrer Projekte nach Hause holen. 
Und natürlich freue ich mich, wenn ich helfen kann.

Durchstöbern Sie auch das "Blog-Archiv", das Sie oben rechts finden! 
Wenn Sie Fragen haben, kontaktieren Sie mich! Sie können mir entweder an die angegebene Mailadresse

info@originelles-handwerk.bayern

schreiben, oder einen Kommentar für den entsprechenden Beitrag hinterlassen.

Vielen Dank für Ihre Treue und Ihr Interesse!



Montag, 1. September 2014

Exklusive Badezimmer


Da ich in meinem letzten Beitrag die vier Badezimmer erwähnte,
sende ich heute einen entsprechenden Bericht.

Zunächst sind die zu verfliesenden Wände natürlich kahl.
Teilweise allerdings schon für´s Verfliesen mit entsprechenden Dichtmitteln und
-bändern von mir vorbereitet


Diese Wand, ob kahl oder nicht, ist etwas über vier Meter hoch!

Der Bauherr wollte gerne Fliesen in Sichtbetonoptik.
Gut, seine Mutter meinte, das würde ausschauen wie ein Gefängnis, aber
Geschmäcker sind ja verschieden. Oder heißt das unterschiedlich?
Egal, jedenfalls muß am Ende etwas dabei herauskommen, mit dem alle zufrieden sind.


Wobei dies manchmal erst nicht unbedingt so scheint, weshalb genauestens kontrolliert wird.
Aber letztlich kann sich´s sehen lassen.


Bei allen Eckverläufen finden sich jeweils die enstprechenden
Anschlußstücke, sodaß sich ein fortlaufendes Strukturenbild ergibt.
Alle senkrechten Fugen sind, um jeweils eine Lage versetzt, extakt lotrecht übereinander;
hier gibt es keinen Millimeter Abweichung!


Diese Wand ist rund vier Meter hoch!


Sogar die Ausschnitte sind milimetergenau, wie oben und unten zu sehen.


Obwohl vielleicht nicht unbedingt notwendig, bekam die Badewanne eine Inspektionsklappe.
Wenn man hierbei richtig gute Arbeit leistet, schaut das Ergebnis sogar
"stylisch" statt sch....e aus, wie sonst meistens.



Bei allen Badezimmern wurde von mir sehr großer Wert auf Stimmigkeit, Fugenverlauf und Ästhetik gelegt, was bei Fliesen in den Abmessungen 90x45 cm bei 2 Millimetern! Fugenbreite nicht immer
ganz einfach war. Besonders, wenn man berücksichtigt, daß der Unterbau
oft nicht maßhaltig vorgefunden wurde.


Da später rahmenlose Dusch-Glaswände und -türen verbaut werden sollen, die keinerlei Spiel zulassen, 
muß die Fliesenwand absolut lotrecht sein. Wenn dies die verputze Wand zuvor nicht ist, ist 
entsprechende Gründlichkeit beim Verfliesen von Nöten.
Hier ist "nur" ein guter Zentimeter auszugleichen, an anderen Stellen waren es derer um die zwei.


 Wieder einmal viel Arbeit für das Originelle Handwerk, aber eine entsprechende
Herausforderung bringt erstklassige Ergebnisse!
Mittlerweile sind die Bäder fast fertig, sodaß es bald einen neuen Post geben wird.



großformatige Fliesen, edele Bäder, Designerbad





Dienstag, 26. August 2014

Schwimmbad

Viele Leute wünschen sich eines, in diesem Fall war es extrem unerwünscht - das Schwimmbad.
Ein unschuldiger Mieter stellte plötzlich fest, daß sich der Fußboden seiner Wohnung absenkte.
Ein unglücklicher Vermieter stellte Geiches fest und rief mich an.


Die Geschichte ist soweit klar, wurde hier schon gepostet.
Unter dem Holzfußboden, den man hier noch fragmentös erkennen kann, befand sich 
ein Schwimmbad. Dummerweise war dies auch noch - fast bis zum Anschlag - voller Wasser.
Wie dies dorthin gelangte, ist bis heute ungeklärt. Seit vielen Jahren, vermutlich Jahrzehnten, schlummerte es dort und verrichtete sein fauliges Werk an der Unterkonstruktion aus Holz.
Ob hier mal irgendwann der Klempner Mist baute oder die Terrassentür mehrere Wochen lang offen stand, während es draußen schüttete... man weiß es nicht, aber die Folge des Wassereinbruches war heftig.
36.000 Liter Wasser sorgten dafür, daß sich Pilze und Fäulnis in den stützenden Holzbalken ausbreiteten. Logisch, daß dann irgendwann einmal die gesamte Konstruktion einen Schwächeanfall erlitt und einbrach.



Entsprechend musste der komplette Zwischenboden, so hochwertig er seinerzeit auch
gebaut wurde, entfernt und alles trockengelegt werden.

Viel und eklige Arbeit für das Originelle Handwerk. Aber ist schon die Arbeit nicht originell, so ist es wenigstens der Auftrag. Wer wird denn schonmal mit einem Schwimmbad unter 
einem Wohnungsfußboden konfrontiert?


Zunächst einmal mußte natürlich alles sich über dem Wasserspiegel Befindliche raus!
Als da wären Schlafzimmerwand und Fußboden.




Nach dem großen Auffräumen dann die große Frage - was tun mit dem Loch?
Exakt das Gleiche noch einmal? Neuer Zwischenboden aus Holz? Dann aber mit Vorsorge dergestalt, daß ein Pumpenschacht vorgesehen wird. Denn für den Fall eines erneuten Wassereinbruches sollte man dieses dann wenigstens außer Haus befördern können.
Oder eine Verfüllung mit Kies und darauf den neuen Fußboden? Aber auch hier hätte es wieder einen Pumpenschacht gebraucht, denn wenn einmal Wasser dort hinein kommt, muß es auch wieder heraus.
Der Eigentümer entschied sich schließlich für eine drastische Lösung.


Wo Wasser rein kann, kann auch Beton rein!
Großes Kino auf und vor der Baustelle!






Scheint irgendwie abstrus, denn erst kommt das Wasser raus, dann kommt der Beton rein.
Hätte man dann nicht gleich den Zement im vorhandenen Wasser anrühren können?
Leider geht es so einfach dann doch nicht.

Es geht bei dieser Wohnung aber nicht nur um das Schwimmbad, sprich Wohn- und Schlafzimmer, sondern auch um die Küche und das Bad. Da ursprünglich mal alles als Schwimmhalle mit Sauna, Fitneßraum und Bar gedacht war, das Leben dann aber, wie so oft, anders spielte, gingen Status Quo und Gewünschtes unterschiedlicher Wege.

Zunächsteinmal - ein bisschen wie bei der Erschaffung der Welt - Licht!

 

Schaut aus, wie ausgebombt, ist aber gewollt. Alle alten Fenster und Türen wurden ausgebaut
und die Öffnungen stark vergrößert. Dieses Foto ist ein Zwischenstand,
das mittlere Fenster wird auch noch vergrößert. 


Der Bereich vor der Wohnung wurde abgegraben um die Außenwände isolieren, große Fenster schaffen und
eine Terrasse anlegen zu können.



Im Innenbereich wartet derweil der "Nassbereich" darauf, ein schönes Badezimmer zu werden.





Hier wurde bereits das Fenster erheblich vergrößert, nachdem zuvor Mauern usw. herausgerissen wurden.


Bevor das ehemalige Schwimmbad mit Beton verfüllt werden konnte, wurde es an strategischen Stellen mit Quellband versehen. Da trotz Prüfung und Nachsuche absolut unklar war, wo das Wasser eigentlich herkam, mußte entsprechende Vorsorge für den Fall getroffen werden, sollte aus dem Untergrund erneut Wasser eindringen wollen.

Das Quellband quillt, wie der Name schon sagt, unter Wassereinfluß auf. Dies aber verzögert, damit der Beton zunächst aushärten kann. Dann allerdings mit Macht, sodaß es sich in jede noch so kleine Ritze hineindrückt und zuverlässig verhindert, daß evtl. eindringendes Wasser nach oben steigen kann.



Hier zwei Stücke Quellband im Querschnitt; rechts oben im Originalzustand. Die Bildmitte zeigt die maximal mögliche Ausdehnung nach einer Reaktion mit Wasser. Da zwischen der Außenwand und dem eingefüllten Beton praktisch keinerlei Zwischenraum besteht, kann man sich gut vorstellen, wie sehr sich das Quellband in eventuelle Ritzen drückt und welche Kraft es dabei entwickelt. Es muß daher auch mindestens acht Zentimeter Abstand vom Betonoberrand haben, da es diesen ansonsten einfach wegsprengen würde.
Mit drei aufgebrachten Quellbändern ist die Vorsorge hier eigentlich schon übertrieben, aber da unklar ist, woher das Wasser kam, kann ein wenig Vorsorge nicht schaden.


Da die Räume ursprünglich nicht als Wohnung konzipiert waren, schenkte man einer angnehmen Raumhöhe keine Beachtung und die Decke war recht niedrig.
Daher wurde das obere Quellband so montiert, daß sein oberer Abschluß einen Meter vom Schwimmbadboden entfernt ist. Entsprechend beträgt die Verfüllhöhe mit Beton jetzt 108 cm. Durch den späteren Fußbodenaufbau kommen dann nochmal gut 20 cm hinzu. Bedingt durch unter der Decke verlaufende Wasser- und Heizungsrohre muß diese abgehängt werden und bildet ein fixes Maß. Die spätere Raumhöhe kann also nur über das Fußbodenniveau beeinflusst werden.
 Daher werden Stufen später auch noch eine Rolle spielen.


Weiter geht´s in einigen Wochen....

Montag, 28. Juli 2014

P.R.A.K.T.I.K.A.N.T.I.N

Hopsa... da kam neulich eine Bewerbung einer angehenden Abiturientin ins Haus, sie würde gerne ihr fälliges Praktikum beim Originellen Handwerk absolvieren. Eigentlich arbeite ich ja am liebsten alleine, aber irgendwie schmeichelte mir die Sache auch, also akzeptierte ich.

Die Frage, die sofort im Raume stand, war, was kann ich einer Praktikantin in fünf Tagen bieten und vermitteln, was ihr bei der Wahl ihres künftigen Berufes helfen könnte? Nun, ich zeige ihr einfach, was ich für gewöhnlich so tue - und das ist im allgemeinen ziemlich abwechslungsreich.

Aktuell bin ich unter anderem z.B. für nicht weniger als vier Badezimmer in einem Neubau zuständig. Da gibt es Wände, die müssen bis auf über vier Meter Raumhöhe verfliest werden - Fliesenmaß: 90 x 45 cm bei 2 Millimetern Fugenbreite! In einem Bad musste auch noch verfugt werden, was ein guter Einstieg für Montag, den ersten Praktikumstag war.
Nach einer entsprechenden Einweisung konnte das Madl bereits 
selbst Hand anlegen.



Wenn man gut erklärt und das Erklärte gut umgesetzt wird, kann sich das Ergebnis sehen lassen!
Der Bericht zu diesem Auftrag kommt dann noch gesondert.


Tag zwei führte uns zu dem ganz speziellen Auftrag, bei dem sich der Fußboden im Wohnzimmer "geringfügig" absenkte. 
Aufmerksame Leser dieser Seiten wissen bereits, daß ursächlich hierfür ein sich darunter befindendes Schwimmbad war.


Mittlerweile wurde weiter gearbeitet, im Innenbereich herumgedreckt, im Außenbereich gebaggert und vorbereitet für das, was noch kommt.




Dann diverse Arbeiten, von denen keine Fotos vorliegen, obwohl auch diese einen guten Einblick über das vermittelten, was auf einen originellen Handwerker machmal so zukommt. 

Aber irgendwann ging es dann auch ins Handwerklich-Künstlerische. Gut, wenn die Praktikantin zuvor einen gesunden Durst entwickelte und dafür sorgte, daß genügend Arbeitsmaterial zur Auswahl stand.



Lampen wollte sie machen, eine Tischlampe, eine Stehlampe = jede Menge reiner Alkohol!
Hilfreich, wenn man dann auch noch "Abfälle" aus anderen Aufträgen übrig hat, wie z.B. Abbruchbaustahl, der sich vielfältig wiederverwenden lässt. Im übrigen eine große Leidenschaft von mir, Dingen, die eigentlich weggeworfen werden sollen, eine neue Bestimmung zu geben.
Aus dem nicht mehr benötigten Baustahl bogen und schweissten wir den gewünschten Fuß und Ständer für die Stehlampe.



Natürlich kann man die Lampe/Flasche auch aus dem Ständer herausnehmen, sodaß sie sich als Tischlampe verwenden lässt. Aber da die Praktikantin fleissig trankt, konnte eine solche noch gesondert gefertigt werden.


Auch die sich in den Lampen befindlichen Rohre stammen aus Resten oder "Abfällen" diverser Aufträge. So wurde hier einmal ein Aluminiumrohr verwendet, einmal ein aus einem
verchromten Handtuchhalter geschnittenes Rohr.


Aus diesem Haufen


zogen wir dann ein paar Holzstücke heraus, aus denen ein formschöner und praktischer Beistelltisch 
für den Chef werden sollte.








In den Tischfuß ist - unsichtbar - eine schwere Eisenplatte eingearbeitet (ebenfalls ein "Abfallstück" aus einem anderen Auftrag. Aus einem anderen Teil daraus fertigte ich bereits einen Brieföffner; auch auf diesen Seiten zu sehen), sodaß der Tisch absolut kippsicher ist.

Ich denke, daß ich der Praktikantin in dieser Woche einen guten Eindruck davon vermitteln konnte, was auf einen Originellen Handwerker so alles zukommt, wenn er nur will. Dazu noch theoretisches Wissen aus den Bereichen Mathematik, Physik, Geometrie, Chemie, Biologie, Wissen im Allgemeinen, Unfallverhütung und Sicherheit am Arbeitsplatz, Lebenserfahrung und -weisheit, sofern man in meinem jugendlichen Alter davon reden kann,

Auch waren wir am See unterwegs, Treibholz sammeln, an einem Bachlauf, an dem es Ton gab, aus dem wir auch etwas gestalteten, die Natur beobachtet, mit Feuer und Rohglas wurden Glasperlen gefertigt, in Ansätzen wurde ein antiker Tisch restauriert, wir haben gut gegessen und Eiskaffee getrunken und eine wunderschöne Woche verlebt.

Abschließend sei angemerkt, daß sich die leeren Flaschen über einen längeren Zeitraum ansammelten und nicht etwa von der Praktikantin, so wie von mir ironisch dargestellt, eigens für die Umsetzung der Lampenarbeit geleert wurden.